MUSEUM HOFMÜHLE DRESDEN – Ausstellungen & Exponate

Die Hofmühle -Bienertmühle in Dresden – Plauen

Über 600 Jahre bestimmten Mühlen das Geschehen hier am nördlichen Zugang zum weithin bekannten Plauenschen Grund. Im Juni 1991 endete diese Ära mit der Stilllegung der Hofmühle-Bienertmühle.

1568 kaufte das sächsische Herrscherhaus der Wettiner das Anwesen, errichtete die Hofmühle und wirtschaftete damit über 300 Jahre. Das originale kurfürstliche Wappen von 1569 ist noch heute in der Hoffassade zu sehen. Es ist eines der ältesten Denkmale Dresdens.

1872 erwarb der Bürger und Unternehmer Gottlieb Traugott Bienert (1813-1894) die Hofmühle. Unter seiner Hand entstand ein industrieller Großbetrieb, der in Familienhand bis 1945 erfolgreich weitergeführt und ausgebaut wurde. Die Ausstrahlung des Unternehmens bestimmte maßgeblich die städtische Entwicklung Plauens bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Von hohem Ansehen getragen sind auch die vielfältigen Stiftungen, Schenkungen und Spenden der Familie Bienert für das Gemeinwohl, ebenso das Engagement für Kunst und Kultur.

1972 wurde das Werk in Volkseigentum überführt und noch bis 1991 als Mühle betrieben. Seit 2002 wird das Anwesen schrittweise für neue Nutzungen revitalisiert.

Der in der Gründerzeit errichtete nördliche Kopfbau der Mühlenanlage wurde samt seiner Ausstattung über 100 Jahre hinweg nahezu unverändert genutzt und so in seinem ursprünglichen Zustand verblieben. Zum Erhalt dieses einzigartigen Denkmals wurde das Gebäude 2006 in eine gemeinnützige Stiftung überführt und als MUSEUM HOFMÜHLE DRESDEN hergerichtet. Es soll an bewahrenswerte Kulturleistungen, welche an diesem Ort und in seiner Umgebung ihren Ursprung hatten, erinnern.

Baudenkmal

Das heutige Museumsgebäude wurde 1878 errichtet. Äußerlich zeigt es sich repräsentativ mit einer eher für Wohn- oder Verwaltungsgebäude typischen Gründer-zeitfassade. Im Innern befinden sich dagegen überwiegend Mühlenanlagen. Das Erdgeschoß diente dem Werksverkauf. Heute befindet sich hier der Gesellschaftsraum „Bienerts Laden“.

Sehenswert ist die Vielzahl original erhaltener Materialien und Einbauten. Sie geben einen Einblick in die Bautechnik des späteren 19. Jahrhunderts.

Historische Mühlentechnik

Bei der im Haus erhalten gebliebenen Mühlentechnik handelt es sich um die Mischerei des ehemaligen Gesamtbetriebes. Alle übrigen Anlagen, so auch die Mahleinrichtungen, befanden sich in angrenzenden Gebäuden und wurden nach der Stilllegung des Betriebes 1991 ausgebaut oder zerstört. Die vorhandene Technik ist daher nur bedingt für die Gestaltung eines „Mühlenmuseums“ geeignet.

Dennoch kann der Besucher die besondere Ästhetik dieser Industrieanlagen und die handwerkliche Meisterschaft ihrer Herstellung ablesen. Nahezu vollständig erhalten sind die Transmissionsanlagen.


NEU: Gastausstellung: Die Kirche von Plauen, ihre Glocken und die Bienerts

Glocke Kirche Dresden-Plauen

Glocke Dresden-Plauen

Anlässlich des 550. Jahrestages der Kirchweihe in Plauen zeigt die Kirchgemeinde der Auferstehungskirche eine Sonderausstellung im Museum Hofmühle Dresden, in der die lebhafte Geschichte der Plauener Glocken und die Rolle der Familien Bienert dabei im Mittelpunkt stehen. Herausragendes Exponat der Ausstellung ist die wohl erste Glocke der Plauener Kirche aus dem Jahre 1467, welche vom Stadtmuseum Dresden in dankenswerter Weise als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurde.

 

 

 

 


Ausstellung: Hinterlassenschaften & Botschaften – Die Bienerts – Bürger von Plauen und Dresden

Gottlieb Traugott Bienert (1813-1894)

Gottlieb Traugott Bienert (1813-1894)

Aus Anlass der Wiederkehr des 200. Geburtstages von Gottlob Traugott Bienert (21.7.1813 – 22.10.1894) gestaltete das Museum Hofmühle Dresden 2013 mit beratender Unterstützung der Städtischen Sammlungen Dresden diese Dauerausstellung. Sie gestattet auch dem neu mit dem Thema befassten Besucher einen Überblick zum Wirken der Familie Bienert in Plauen und Dresden als ein interessantes Kapitel Dresdner Stadtgeschichte. Bislang wenig bekannte Zeugnisse aus einer Schenkung von Frau Elisabeth Herrschel aus Bremen, einer Nachfahrin der Familie Bienert, bereichern die Ausstellung.

 


Ausstellung: Palucca

Gret Palucca (1902-1993)

Gret Palucca (1902-1993)

Die Palucca Schule Dresden – Hochschule für Tanz hat dem Museum Hofmühle Dresden eine Ausstellung als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt, die 2002 anlässlich des 100. Geburtstages der weltbekannten Künstlerin Gret Palucca entstand.

Gret Palucca heiratete 1924 den Kaufmann Friedrich Bienert, einen Enkel des Firmengründers Gottlieb Traugott Bienert. Unterstützt von ihrem Mann, konnte Palucca 1925 ihre eigene Tanzschule gründen, aus der die „Palucca Schule“, die bis heute einzige eigenständige Hochschule für Tanz in Deutschland, hervorgegangen ist.

 


Exponat: Die „Ilse“ – Das geheimnisvolle Schiff

Ein im Plauener Rathaus abgestelltes und offenbar herrenloses Schiffsmodell fand vor über 40 Jahren den Weg in die Hände des Dresdners Marko Barkowsky und wurde von ihm seither gepflegt und instand gehalten.

Einen Umzug im Jahre 2013 nahm Herr Barkowsky zum Anlass, das Schiff dem Museum Hofmühle Dresden als Leihgabe zur Verfügung zu stellen.

Ilse Schiff

 


Ausstellung: Anton Reiche Museum Dresden

Das Anton Reiche Museum Dresden ist ein gemeinsames Ausstellungsprojekt der Wiener Sammlerin Monika Tinhofer (1928-2011) und der Stiftung Hofmühle Dresden. Ein herausragendes Kapitel Dresdner Industriegeschichte wird in bisher einmaliger Art und Weise museal präsentiert.

Anton Reiche

Die Schokoladenformen des Dresdner Erfinders und Unternehmers Anton Reiche (1845 – 1913) waren weltweit begehrte Spitzenerzeugnisse der Verarbeitungstechnik. Das Unternehmen lieferte an die führenden Schokoladenproduzenten Dresdens, in weitere 45 deutsche und 50 europäische Städte sowie nach Nord- und Südamerika. Seine Kunden waren fast alle namhaften Schokoladenhersteller der Welt: Stollwerck, Sarotti, Sprengel, Waldbaur, Ritter, Lindt, Sprüngli, Suchard, Tobler und Beukelaer.

Anton Reiches Formen, aber auch seine weiteren Produkte, wie dekorative Blechdosen, Kinderspielzeug, Automaten und Schilder, zeichnen sich durch eine wohl einmalige künstlerische Qualität und handwerkliche Meisterschaft aus.

Heute sind erhalten gebliebene Erzeugnisse von Anton Reiche weltweit begehrte Sammlerstücke und besitzen einen außerordentlich hohen Schauwert. Sie geben darüber hinaus Einblick in die Volkskultur ihrer Zeit.

Frau Monika Tinhofer, Urenkelin von Anton Reiche, lebte seit ihrer Kindheit in Wien. Über Jahrzehnte war sie bestrebt, Zeugnisse über das Wirken ihrer Familie in Dresden für eine Ausstellung zusammen zutragen.

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